Kersten Kampe

...wenn Sie wissen möchten wie ich zu meinem Beruf kam und warum ich hauptberuflich Hunde trainiere


 

Der Anstoß kam von außen und von vielen Seiten. Vor vielen Jahren hatte sich eine Freundin einen Hund aus dem Tierschutz geholt – einen etwa zwei Jahre alter Border Collie-Mix. Er war ein zappeliger Hund, der auch gern mal stiften ging. Sie fragte mich um Hilfe. Wir verabredeten uns jeden Morgen eine Woche lang  – ohne meine Hunde - zum Spaziergang. Nach dieser Woche wäre beinahe unsere Freundschaft zerbrochen, aber die beiden waren auf dem Weg zu einem guten vertrauensvollen Miteinander. Und sie „empfahl“ mich weiter: „Ruf Kersten Kampe an.“ Und es rief ein alter Nachbar an, der Hund hatte gebissen. Es riefen deren Bekannte an, der Hund kam nicht, und es rief ein Freund eines Freundes an, der gehörte hatte, dass ... Jener Hund war jagen, ein anderer bellte ohne Unterlass. Bis ich auf der Straße angesprochen wurde: Sie sind doch die und die, können Sie nicht mal bei Frau SoundSo vorbeigehen, die kommt mit ihrem Hund überhaupt nicht klar. Ich selbst war bis auf zehn Jahre während Studium, Ausbildung und Arbeit als  Redakteurin immer von Hunden umgeben. Als Kind und Jugendliche von Boxer, Dackel, Dalmatiner, Neufundländer und Dogge. Als Erwachsene war der Labrador-Mischling Bruno, der erste eigene Hund, der mich fast 15 Jahre und damit wichtige Abschnitte meines Lebens wie Hochzeit und die Geburten meiner zwei Töchter begleitete. Mit ihm habe ich auch gelernt wie Hunde lernen, ohne Druck zu Höchstleistungen gebracht und mit Spaß ausgebildet werden können. Er war ein geprüfter Rettungshund. Ohne seine Hilfe wäre auch unsere Berta, ein Dalmatiner-Mix nie „gesellschaftsfähig“ geworden. Berta kam im Alter von vier Monaten zu uns. Sie war voller Angst vor Menschen, hatte schon gebissen. Von Berta habe ich gelernt, ein Hund lernt immer und braucht viel Zeit. Berta und die vielen Anfragen von ratlosen Hundehaltern waren ausschlaggebend dafür, Hundeausbildung und Problemhundberatung professionell anzubieten und damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. 2006/2007 habe ich begonnen mein Wissen aus der Rettungshundearbeit und mein „Bauchwissen“ auf eine solide theoretische und praktische Basis zu stellen und einen Trainerlehrgang bei Dehra in Baden-Württemberg gemacht. Mit erfolgreicher bestandener Prüfung habe ich dann die Hundeschule Hundstage Kersten Kampe – die sanfte Hundeschule für Hund und Halter – eröffnet.

Seit über zehn Jahren arbeite ich nun hauptberuflich mit Hunden und Menschen. Das bedeutet, ich gebe nicht nur Stunden, sondern plane Kursabläufe, Seminare, Workshops, schreibe für Hund-Mensch-Teams je nach Problem spezielle, individuelle Trainingspläne. Außerdem plane und koordiniere ich Einzel- und Gruppenstunden und besuche regelmäßig Fortbildungen. Ich denke, dass man diese Aufgaben nur gut erfüllen kann, wenn man dafür genügend Zeit investiert. Hundetrainer, die nebenberuflich noch andere Jobs bestreiten, haben diese Zeit nicht. Damit fehlt ihnen das notwendige Wissen und die Erfahrung, die ein hauptberuflicher Hundetrainer zwangsläufig hat.

Ganz wichtig ist mir für meine Arbeit die stetige Weiterbildung und der regelmäßige Kontakt und Austausch mit Kollegen, deshalb bin ich Mitglied im ibh – internationaler Berufsverband der Hundetrainer e.V. Wichtige "Lehrmeister" waren, sind und bleiben aber auch immer unsere eigenen Hunde. Derzeit leben und arbeiten mit mir neben der 13jährigen Berta zwei Jungrüden, Lasse - ein Griffon - und Stjük - ein Flatcoated Retriever.